Samson in Amsterdam, oder: Vom simplen Glück

Käsebrot

Manchmal bin ich ziemlich einfach glücklich zu machen. Mit einer simplen Käsestulle beispielsweise. Chicken Terriyaki-Avocado-Lettuce-Onion Chutney-irgendwas-Sandwich? Brauch ich nicht. Was ich brauche, ist einfach eine Schnitte gutes Brot, belegt mit einer Scheibe mittelalten Goudas. Gerne darf noch ein bisschen Sauerrahmbutter drunter oder – wie gestern Nachmittag im „Screaming Beans“ in Amsterdam – ein wenig körniger Senf. Ein bisschen knackiger Ruccola drauf als Deko, fertig ist das perfekte Mahl.

Käse, und das will ich an dieser Stelle einmal ganz klar und manifestartig bekennen, ist einer der Gründe, warum ich nie vegan leben könnte. Es gibt einfach keine annähernde pflanzliche Alternative zu diesem kleinen Wunder aus Kuh-, Ziegen- oder Schafsmilch. Erinnert ihr euch noch an Samson, den dicken Mäuserich aus „Chip & Chap“, dessen Schnurrhaare immer vor augenrollender Verzückung zu zittern begannen, wenn er irgendwo „Kääääääse“ witterte? That’s me! Minus ein bisschen Mäusespeck vielleicht. Für diese kleine Obsession mache ich meine Kindheit mit meinen ebenfalls käse-verrückten Vater verantwortlich. Im Urlaub verschwand er regelmäßig auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt Richtung Käsestand und Käsetheke, um irgendwann (gefühlte Stunden später) mit einer Tüte voller Schätze wieder aufzutauchen, die er beim Abendessen stolz vor uns ausbreitete und zu denen er uns interessante Geschichten über Herkunft oder Herstellung erzählen konnte.

Mit einem „How to“ für selbst hergestellten Käse kann ich an dieser Stelle nicht dienen, das überlasse ich lieber den Profis. Aber ein gutes Brot? Das bekomme ich hin. Das folgende Rezept ist wirklich supereinfach, gelingt immer (auch dir, Frau Charivari, Indianerehrenwort!) und schmeckt einfach großartig. Aufgrund der Vielfalt seiner Zutaten kommt es am besten pur zur Geltung. Oder mit einem Stückchen Käse ;-)

Annie’s Dinkelbrot mit Nüssen und Karotten
350 g Dinkelmehl
150 g Dinkelvollkornmehl
100 g gehackte Mandeln
50 g grob gehackte Walnüsse
50 g Sonnenblumenkerne
50 g Kürbiskerne
1 EL Leinsamen
1 Würfel frische Hefe
1 TL Honig
30 ml Balsamicoessig
1 TL Jodsalz
450 ml lauwarmes Wasser
2 große Karotten, grob geraffelt

Den Honig und in Schüssel im lauwarmen Wasser (Achtung, darf wirklich nicht zu heiß sein!) verrühren und die Hefe darin mit einem Holzlöffel vorsichtig auflösen. Den Balsamico dazugeben. Alle anderen Zutaten bis auf die Karotten vermischen und zur Honig-Hefe-Balsamicomischung geben. Entweder mit den Knethaken des Rührgerätes oder dem Holzlöffel sorgfältig zu einem Teig verrühren. Anschließen die geraffelten Karotten untermischen.

Eine Kastenform mit Backpapier auslegen und den Teig hineinfüllen.

Alles im nicht-vorgeheizten (!) Backofen bei 200 Grad Heißluft auf der mittleren Schiene 40 Minuten backen. Dann den Teig aus der Form lösen und das Brot mit dem Backpapier nochmal 20 Minuten weiter backen. Es ist fertig, wenn es beim Draufklopfen hohl klingt.

Brot aus dem Ofen nehmen und auf einem Gitter so lange auskühlen lassen, wie man die Finger davon lassen kann.

(nach einem Rezept aus „Sweet Paul“)

Dinkelbrot mit Karotten und Nüssen
Selbstgemachtes Brot darf gerne unperfekt aussehen, wenn es so gut schmeckt!
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