Aufgestanden mit Rosinen

Rosinenbrötchen_Blech

Ob Angela Merkel wohl weniger missmutig dreinschauen würde, wenn sie in ihrer DDR-Kindheit öfter richtig gute Rosinenbrötchen zum Frühstück bekommen hätte? Wie alle Fragen, die den individuellen Lebensweg einer Person betreffen, lässt sich auch diese im Nachhinein nicht beantworten. Das Leben hat nun mal keine Kontrollgruppe. Aus welchen Gründen auch immer Angies Mundwinkel also fast permanent nach unten zeigen – in jedem Falle sind sie heute ihr Markenzeichen. Es gibt nur noch ein weiteres Wesen auf diesem Planeten, das ebenso gries-mimisch dreinschaut wie sie. Und kurioserweise ist es mindestens ebenso bekannt: Grumpy Cat! Seinen grimmigen Gesichtsausdruck verdankt das arme Kätzchen einem Geburtsfehler, der seine Gesundheit zwar nicht beeinträchtigt, ihm aber einen permanent schlecht gelaunten Look verpasst hat, mit dem das kleine Tier quasi über Nacht zum Youtube-Star wurde. In Wirklichkeit heißt Grumpy Cat übrigens Tardar Sauce und lebt in Arizona. Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, dass sie einen eigenen Manager hat. Kein Scherz!

Auf dem Sunset Boulevard in LA kam ich jüngst an einem Laden vorbei, der der berühmten Muffelkatze ein ganzes Schaufenster gewidmet hattte. Klar, dass ich als Katzen- und Merkel-Fan sofort meine Kamera gezückt und abgedrückt habe. In einem Land, in dem das öffentliche Leben von oberflächlichen Smiles und „great-awesome-amazing“-Begeisterung dominiert wird, wirkt der grummelige Gesichtsausdruck des kleinen Tieres unfreiwillig noch komischer.

Grumpy Cat

Und spätestens zurück in Deutschland bin ich mir sicher: Wir müssen unbedingt mehr lächeln! Läuft man nicht viel zu oft mit einem Angie-Gesichtsausdruck durch die Gegend und konzentriert sich lieber auf die nervigen und ärgerlichen Momente anstatt auf die schönen Dinge um einen herum? Zugegeben, zu der Erkenntnis, dass das Leben im Prinzip ganz schön kurz ist und man deshalb, so oft es geht das Beste draus machen sollte, ist wahrscheinlich sogar schon Daniela Katzenberger gekommen. Was das Ganze aber nicht weniger wahr macht. Ein chinesisches Sprichwort besagt, dass man das Leben lächelnd oder gar nicht meistert. Sehr weise wie immer, die Menschen in Fernost.

Coca Cola hat kürzlich in Peru eine ganz herzerwärmende Werbekampagne gestartet: Obwohl es dem Land wirtschaftlich immer besser geht, ist es um die Zufriedenheit seiner Bewohner (ja, es gibt tatsächlich einen so genannten „Happiness-Index“) eher durchschnittlich bestellt. Anscheinend wird hier viel zu wenig gelächelt – zumindest, wenn man sich die Ausweisfotos der Peruaner anschaut. Muttis Gesichtsausdruck ist nichts gegen deren triste Minen! Dabei gibt es in Peru, anders als bei uns, noch nicht mal ein Gesetz, dass man auf Ausweisfotos nicht lächeln darf. Was haben also die cleveren Marketingleute von Coca Cola gemacht? Sie haben vor Ämtern und Behörden Fotoautomaten aufgestellt, die nur dann auslösen, wenn der darin Abgelichtete lächelt. Und jeder, der einen Ausweis mit einem solchen Foto vorweisen konnte, hat anschließend bei verschiedenen Kooperationspartnern Rabatte bekommen. Die Zahl der „Smiling IDs“ stieg folglich sprunghaft in die Höhe. Nicht nur, wer sowieso einen neuen Ausweis brauchte, ließ sich einen mit einem lächelnden Foto machen; auch noch jahrelang gültige Dokumente wurden erneuert und durch die Happy-Variante ersetzt. Coca Cola hat aus dem Land der Grumpy Cats ein Land des Lächelns gemacht. Der Traum eines jeden Marketeers!

Ob die Geschichte wirklich hundertpronzentig wahr ist oder einfach nur eine super Story, die sich hippe Werber beim Feierabendbierchen erzählen? Ich habe keine Ahnung. Die Jury des weltgrößten Werbefestivals in Cannes hat sie jedenfalls geglaubt und die Kampagne im Juni mit einem goldenen Löwen ausgezeichnet. Falls die Leute von Coca Cola ihre Erfolgsstory übrigens in einem anderen Land fortschreiben wollen, dort aber auf strengere Ausweisregeln treffen, empfehle ich stattdessen eine flächendeckende Versorgung mit Rosinenbrötchen. Die machen nämlich auch glücklich. Und das ist kein ein Marketing-Gag, großes Werberehrenwort!

Richtig gute (und vor allem richtig einfache) Rosinenbrötchen
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
1 Prise Salz
100 g Zucker
2 Eier
500 g Quark
100 g Rosinen
etwas Milch

Ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen.

Alle Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Wenn er zu trocken ist, eventuell noch etwas Milch hinzugeben.

Mit feuchten Händen ca. 12-14 kleine Teigbälle formen und auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben. Mit einem Messer kreuzförmig einritzen und mit Milch bepinseln. Circa 20 Minuten backen, dann sind die Brötchen goldbraun und fertig. Noch warm mit Butter und Marmelade bestreichen, reinbeißen und… hhmmmm :-)

Rosinenbrötchen

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wow, ich liebe alles mit Rosinen… und Rum. Am besten kombiniert. Dein Gebäck sieht ganz hervorragend aus.

    1. Annie sagt:

      Die Rosinenbrötchen sind ja leider „virgin“. Werde aber versuchen, exklusiv für dich mal ein Gebäck mit beiden Zutaten zu kreieren!

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