Original holländische Appeltaart

Apfelkuchen ist everybody’s darling – und das völlig zu Recht. In der Regel gibt es nur eine einzige Frage, an der sich die Geister scheiden: Gehören in einen perfekten Apfelkuchen Rosinen oder nicht?

Die Rosinenfrage ist eine Welteinschauung. Love it or hate it, dazwischen gibt es nichts. Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Einsicht gekommen, dass es nicht Kommunismus und Kapitalismus sind, die die Welt teilen, sondern die Frage nach Rosinen im Apfelkuchen.

Von meiner Seite aus bekommen Rosinen im Apfelkuchen ein klares JA, was mir, da bin ich mir bewusst, frenetischen Jubel von 50% der Leser dieses Textes einbringen wird, und empörte Buhrufe von den anderen 50%. Großzügig sage ich: Möge jeder seine präferierte Variante genießen. “Chacun a son gout”, wie der Franzose sagt (und Robbie Williams auf seiner Brust tätowiert hat).

Nicht zu debattieren ist allerdings der folgende Fakt: Den allerbesten Apfelkuchen der Welt buk meine Omi; ein auf der Zunge zergehender Apfelstreusel, den niemand in unserer Familie jemals genau so gut wie sie hinbekommen hat. Aber so ist das mit Omis. Ich glaube, sie verwenden beim Backen und Kochen irgendeine geheime Zauberzutat. Wahrscheinlich ist’s ganz viel Liebe und Lebenserfahrung.

Der beste Apfelkuchen, der bislang aus meiner Küche kam, ist eine holländische Appeltaart. Sein Geheimnis: original holländischer Basterdzucker. Die Besonderheit dieses Zuckers ist sein intensiver Karamellgeschmack, der in Kombination mit der fruchtigen Säure der grosszügig verwendeten Äpfel den einzigartigen Geschmack dieses niederländischen Kuchenklassikers ausmacht. Wer diesen Zucker nicht ohne Weiteres bekommen kann, der kann sich entweder mit braunem Zucker oder Kokosblütenzucker-Zucker behelfen (s. Beschreibung unten im Rezept).

Am besten schmeckt der Kuchen lauwarm, mit ganz viel Schlagsahne, Vanilleeis oder Vanille Vla. Dazu ein Chocomel und schon kann man sich in den letzten Hollandurlaub hineinträumen.

Eet smakelijk und tot ziens!

Annie

Holländische Appeltaart

Für den Teig:
300 g Mehl
180 g kalte Butter
150 g Basterdsuiker (alternativ: brauner Zucker ODER eine Mischung aus 50% braunem & 50% Kokosblütenzucker)
1 Ei
Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
1 Prise Salz

Für die Füllung:
6 große Äpfel (idealerweise Boskop)
1 EL brauner Zucker
1 gehäufter TL Zimtpulver
1 EL Speisestärke
75 g Rosinen (nach Belieben!)

Zubereitung:
Eine runde 24cm Springform fetten und beiseite stellen.

Das Ei trennen, Mehl und Zucker vermischen und in eine Rührschüssel geben. Die Butterstückchen entweder mit den Fingern unter die Zucker-/Mehlmischung reiben oder dafür die Knethaken des Handrührgeräts verwenden. Unter die entstehende krümmelige Masse anschließend das Eigelb geben und zügig zu einem glatten Teig verarbeiten. Diesen in Frischhaltefolie wickeln und für mindestens 45 Minuten in den Kühlschrank legen.

In der Zwischenzeit die Äpfel schälen, entkernen und in mittelgroße Würfel schneiden. Die Apfelstücke mit dem restlichen Zucker, dem Zimt, der Speisestärke und ggfs. den Rosinen vermengen.

Den Ofen auf 170°C Umluft vorheizen. Teig aus dem Kühlschrank nehmen und Dreiviertel des Teiges ausrollen und die Springform damit auskleiden. Dabei einen etwa 2 cm hohen Rand formen. Die Apfel-Mischung auf dem Teig verteilen.

Den restlichen Teig ausrollen und in ca. 1cm breite Streifen schneiden. Die Streifen dann wie ein Gitter über die Äpfel legen (am Rand festdrücken) und anschließend mit Eiweiß bestreichen.

Im vorgeheizten Ofen auf der mittleren Schiene etwa  60 Minuten backen. Wichtig: Lasst den Kuchen anschließend mindestens 10 Minuten in der Form auskühlen, bevor ihr den Rand der Springform entfernt! Dann entweder komplett abkühlen lassen oder noch lauwarm servieren – mit Schlagsahne, Vanillevla, Vanilleeis oder was euch sonst noch einfällt servieren.

Der Kuchen schmeckt übrigens auch am nächsten Tag, wenn er etwas durchgezogen ist, ganz fantastisch!

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