Von Kaffee, Croissant-Tagträumen und Erleuchtung: Was acht Tage fasten mit einem machen

Wie steht man eine Fastenkur durch? Und warum tut man sich so etwas überhaupt an? Ein Erfahrungsbericht.

Hangry? Das Wort wurde für mich erfunden! Allein die Vorstellung, eine Mahlzeit auszulassen, versetzt mich in helle Panik. Wenn ich nicht regelmäßig gefüttert werde, kippt meine Laune schneller, als man gucken kann. Das Konzept einer Fastenkur (sprich: eines FREIWILLIGEN Verzichtes auf Essen) war mir daher so fremd, wie ein Schneesturm den Bewohnern der Malediven.

Gleichzeitig hat mich das Thema Fasten schon lange fasziniert. Im Ayurveda gilt das regelmäßige Entlasten des Organismus durch verminderte Nahrungsaufnahme als wichtiger Baustein zur Erhaltung der individuellen Gesundheit. Auch in ganzheitlichen westlichen Gesundheitsansätzen spielt temporäres Fasten eine zentrale Rolle und wird sogar zur Behandlung von Arthritis oder begleitend in der Krebstherapie eingesetzt. Jede Frauen-, Fitness- oder sogar Kundenzeitschrift preist mir aktuell den neusten Trend des Intervallfastens an. Irgendwas scheint wohl an dieser mir persönlich extrem befremdlich anmutenden Idee des Nahrungsverzichtes dran zu sein.

Ich will es genauer wissen und starte mein persönliches Jenke-Experiment: Eine achttägige Ayurveda-Detox-Kur. Nicht auf Sri Lanka, sondern in Düsseldorf. Nicht in einem Wellnesshotel oder einer Klinik, sondern in meinen eigenen vier Wänden.

Tag 1

Jede gute Fastenkur beginnt mit einem Abführtag. Das Alte ausleiten, um Platz für das Neue zu machen. Klingt absolut sinnvoll in meinen Ohren und kenne ich auch schon aus meiner letzten Ayurvedakur auf Sri Lanka. Dort gab man mir ein wirklich fürchterliches Gebräu zu trinken, das aussah, als hätte man dunkelbraunen Schlamm in Motoröl gekippt. Die Konsistenz auf jede Fall war vergleichar, der Geschmack unfassbar fies bitter, und die darauffolgende Stunde war tiefen und intensivem Atmen gewidmet, um zu verhindern, dass ich mich übergebe und das Gemisch in logischer Konsequenz noch einmal trinken müsste. Insofern war ich diesmal froh, dass meine Therapeutin mir nur ein Beutelchen mit zwei kleinen, wesentlich harmloser aussehenden Tabletten gegeben hatte.

Herbal Remedy, original aus Sri Lanka

Bevor der Spaß losgeht, verabrede ich mich aber erst noch mit einer Freundin zum Frühstück in mein Lieblingscafé im Viertel. Henkersmahlzeit, denke ich mir, die letzte richtige Nahrung für die nächsten acht Tage. Meine fastenkurerfahrenen Kolleginnen hatten mich gewarnt, es nicht zu übertreiben, und so belasse ich es bei einer Smoothie Bowl und trinke einen koffeinfreien Flat White. Alles rein bis 10 Uhr, danach gibt es nichts mehr für den Rest des Tages.

Anschließend gehe ich zum Yoga. Nochmal richtig auspowern, denke ich, bevor ich keine Kraft mehr dazu haben werde. In meinem Kopf spielt sich schon die Apokalypse ab – und ich hab noch nicht mal angefangen mit der Kur!

Später am Nachmittag betrachte ich daheim die kleinen Tabletten. Original aus Sri Lanka importiert, irgendwie gefällt mir das. Die Einnahme ist einfacher als das Trinken des Schlamm-Öls, die Wirkung aber bis auf die glücklicherweise ausbleibende Übelkeit die gleiche. Knapp drei Stunden lang immer wieder Bauchkrämpfe und Lieblingsort Badezimmer, aber dann ist’s geschafft. Ich nehme noch ein paar Esslöffel Brühe und eine Tasse Tee zu mir und gehe früh schlafen, ein bisschen aufgeregt auf das, was da jetzt noch kommt.

Tag 2

Ein idealer Kurtag startet früh. Zwischen 7 und 8 Uhr soll ich die erste Portion medizinisches Ghee einnehmen. Ghee ist geklärtes Butterschmalz und in seiner besonders reinen Form wird es aufgrund seiner vielfältigen heilenden Eigenschaften im Ayurveda für die unterschiedlichsten Therapien eingesetzt. In meinem Fall soll es fettlösliche Schlacken und Gifte in meinem Körper binden und anschließend ausleiten.

Die Einnahme wird zur absoluten Herausforderung. Allein schon der Geruch ist nicht ohne und wer schon einmal versucht hat, drei Esslöffel pures Öl herunterzuschlucken, der hat eine ungefähre Ahnung davon, warum ich bei den ersten Schlucken fast in meine Spüle kotze. In eine Zitrone beißen und den Saft anschließend wieder ausspucken soll helfen. Wohl bekomm’s!

Ohne Zitrone keine Chance

Nach dem Ghee heißt es erstmal eineinhalb Stunden warten. Ich nutze die Zeit für ein bisschen Pranayama, Meditation und ein paar Yoga-Stretches. Dann mache ich eine ayurvedische Bürstenmassage und massiere mich nach dem Duschen ausführlich mit Kokosöl ein. Abhyanga heißt diese ayurvedische Einöltechnik und eigentlich soll man sie täglich oder mehrmals die Woche machen. Das Ganze fühlt sich wirklich gut an, ist aber auch sehr zeitaufwändig. Definitiv nichts für jeden Tag.

Nach Basenwasser, Lebertee, Spirulina und weiteren Nahrungsegänzungsmitteln gibt es irgendwann das Highlight des Morgens: einen frisch gepressten Rote Beete-Karotten-Ingwer-Saft aus meinem neuen Entsafter, den ich mir extra für die Kur gekauft hatte. Er schmeckt wirklich phantastisch und ich genieße jeden einzelnen Schluck.

Der Nachmittag vergeht mit noch mehr Ghee, noch mehr Tees und damit, dass ich mit meinem Freund zusammen in den Supermarkt gehe. Er kauft lauter leckere Sachen, ich gönne mir ein paar hübsche Schnittblumen. Eigentlich gar kein so schlechter Deal.

Intensive Farbe, toller Geschmack: Mein Slow Juice mit Roter Beete.

Abends gibt es für mich eine Schale Misobrühe mit ein wenig Spinat und dann kommt die erste richtig große Herausforderung: Wir sind bei einem Geburtstag eingeladen. Socializen im Kur-Modus. Oha. Das Fazit des Abends: Wasser ist definitiv langweiliger als Bier oder Sekt, da muss man sich nichts vormachen. Aber dass ich all die ungesunden Sachen vom Buffet und aus den Chips-Schüsseln nicht essen darf, trifft mich erstaunlicherweise weniger. Seltsam ist nur das Gefühl, irgendwie außen vor zu sein, weil man bei diesen sozialen Handlungen – essen, trinken – nicht mitmacht. Ich komme mir hier und da ein bisschen fehl am Platz vor und weiß nicht immer, wohin mit meinen Händen. Natürlich kommentiert jeder die Kur („Wie verrückt!“, „Würde ich nie schaffen!“). Alles in allem ist es aber ein schöner Abend mit meinen Freunden.

Tag 3

Wieder stehe ich früh auf. Mein Freund schläft weiter und ich praktiziere mein neues Morgenritual aus Ghee, Meditation und Medikamenten. Dann gibt es Frühstück. Für ihn leckere Brötchen von unserem Lieblingsbäcker und frisch gebrühten Kaffee, für mich einen Fenchel-Karottensaft. Ich verspüre zwar zugegebenermaßen keinen Hunger, aber ich liebe frühstücken und schaue ein bisschen wehmütig auf seinen Teller.

Später verziehen wir uns vom Balkon nach drinnen. Die Hitze ist aktuell fast unerträglich. Das Universum hatte scheinbar zu gut zugehört, als ich bedauert hatte, die Kur doch nicht in Sri Lanka machen zu können. Zumindest hat es ungewöhnliche 37 Grad nach Düsseldorf geschickt. Selbst ich bin an diesem Tag lieber im Schatten.

Ewig nicht gemacht: im Park liegen und lesen

Den Nachmittag verbringen wir getrennt. Er geht zum Sport – ich habe die strikte Anweisung meiner Therapeutin, mich nicht anzustrengen. Eine weitere Herausforderung für einen Bewegungsjunkie wie mich. Statt also wie sonst joggen zu gehen, radele ich in den Park und mache etwas, was ich seit Ewigkeiten nicht gemacht habe: Ich lege mich auf die Wiese und fange ein neues Buch an. Nur kurze Zeit später bin ich komplett in die Geschichte eingetaucht – genauso, wie ich es liebe. Mit jeder Seite mehr vergesse ich auch auch meine anfängliche Trauer darüber, dass ich mir bei dem heißen Wetter kein leckeres Eis holen kann und stattdessen Wasser mit Zitrone trinke.

Hübsch gestylt sieht mein Abendessen gar nicht so schlecht aus

Das heutige Abendessen ist Pizza für den Herrn und eine Misobrühe für die Dame. Immerhin habe ich meine Suppe diesmal mit ein bisschen Knoblauch, Ingwer und Chili gepimpt und mit pürierten Basilikum-, Petersilien- und Sellerieblättern eine durchaus schmackhafte Komposition gezaubert. Das, oder ich werde einfach nur extrem genügsam. Man weiß es nicht.

Tag 4

Heute gibt es gleich zwei Highlights: Es ist der letzte Ghee-Tag und nachmittags bekomme ich meine ersten Behandlungen. Mein Morgen- und Mittagsprogramm ziehe ich (fast) ohne mit der Wimper zu zucken durch. Mittlerweile habe ich die Ghee-Einnahme nahezu perfektioniert. Nase zuhalten, einen Schluck Ghee nehmen und schnell herunterschlucken, in eine Scheibe Zitrone beißen, fertig. Fast wie Tequila-Shots.

Die ab nun an drei Tagen stattfindende Behandlung beginnt mit einer fast eineinhalbstündigen ayurvedischen Ölmassage. Und wenn ich sage Ölmassage, dann meine ich Ölmassage! Angeblich gibt es im Ayurveda das Sprichwort „Bezahle deinen Ölmann und du sparst dir die Kosten für den Arzt“ und getreu dieses Mottos wird Öl im Ayurveda mehr als großzügig verwendet. Je nach Dosha und/oder Dosha-Ungleichgewicht, setzt man unterschiedliche bzw. mit unterschiedlichen Kräutern angereicherte Öle ein. In der Regel werden diese für die Massage leicht erwärmt und dann in systematischen Bewegungen vom Scheitel bis zu den Zehen aufgetragen. Das Ergebnis? Unbeschreiblich! Spätestens nach 20 Minuten der kunstvollen Streichbewegungen und Handgriffe setzt bei mir ein Gefühl des Wegdriftens und der Schwerelosigkeit ein – ich schalte komplett ab und fließe in einen meditativen Zustand, in dem zum Ende der Massage hin sogar Formen und Farben vor meinem geistigen Auge entstehen.

Mein Reden!

Teil zwei der Behandlung wiederum bringt mich ob seiner gewissen Ironie innerlich erstmal zum Lachen. Wer mich kennt weiß, wie sehr ich Kaffee liebe und dass der Verzicht auf meine tägliche Tasse für mich wirklich hart ist. Ein Tag ohne Kaffee ist ein verlorener Tag. Punkt. Scheinbar wurden meine Gebete aber erhört, denn ich werde, so eröffnet mir meine Therapeutin, ab sofort bei jeder Behandlung einen Kaffee-Einauf bekommen. Ich grinse. Endlich wieder Kaffee! Nur halt aus der falschen Richtung…

Nach dem Grinsen folgt ein Stirnrunzeln. Das Ganze mutet dann doch etwas befremdlich an, scheint aber (ich befrage Google später dazu) eine nicht unübliche Behandlungsmethode zu sein. Sie soll eine Reihe von Giftstoffen aus meinen Körper spülen und meinen Darm reinigen. Ebenfalls laut Google ist diese Technik – wie eigentlich fast alles in der alternativen Medizin – durchaus umstritten, aber ich vertraue meiner Therapeutin und ihrer jahrelangen Erfahrung. Der reinigende Effekt ist auf jeden Fall beeindruckend. Ich kann nicht glauben, wie viele sich über Jahre und Jahrzehnte angesammelte Schlacken in meinem Körper befinden. Kein Wunder, dass mein Darm seine Aufgabe als Nährstoffschleuse nicht mehr gut genug ausgeführt hat und ich mich oft müde und ausgelaugt gefühlt habe.

Tag 5

Eigentlich hatte ich mir meinen Terminkalender für die Kur komplett freigeräumt. Auf eine Sache wollte ich aber dennoch nicht verzichten und zwar auf das Unterrichten meiner dienstagmorgendlichen Yogaklasse. Damit ich gegen viertel vor 7 im Studio bin, stehe ich in der Regel um 5 Uhr morgens auf, um mich mental und körperlich auf die Klasse vorzubereiten und meine eigene kleine Morgenpraxis zu absolvieren. Ich genieße diese frühen, ruhigen Morgen normalerweise sehr. Heute bin ich allerdings etwas nervös. Habe ich trotz des Fastens genug Kraft für die Klasse? Bin ich mental nicht viel zu sehr mit mir selbst beschäftigt, um für meine Schüler da sein zu können?

Halber Bogen mit vollem Einsatz

Meine Sorgen stellen sich als unbegründet heraus. Im Gegenteil, ich fühle mich so ruhig und fokussiert wie lange nicht und auch körperlich komme ich gut durch die 60 Minuten (dank des ein oder anderen ausgelassenen Vinyasas). Mit gefühlt ein bisschen mehr Glow als vorher radele ich nach Hause, mache mir einen grünen Saft und setze mich frisch und gestärkt an den Rechner, um bis zur Behandlung am Nachmittag im Home Office zu arbeiten.

Tag 6

Heute ist kein guter Tag. Ich fühle mich schwach und die andauernde Hitze (das Thermometer klettert seit Tagen nicht mehr unter 33 Grad) macht meinem Kreislauf zu schaffen. Schlimmer noch: Ich habe im Gegensatz zu den ersten Tagen unglaubliche Lust auf Essen und tagträume von Croissants and anderen Dingen. Der Blick in den Spiegel zeigt Schatten unter meinen Augen und unruhige Haut. Entgiftung auf allen Ebenen.

Eigentlich will ich heute das hier…

„Hungerst du noch, oder bist du schon erleuchtet?“ fragt mich mein Vater, eine alte IKEA-Werbung parodierend, mit einem dicken Augenzwinkern per E-Mail. Gute Frage, nächste Frage. Heute ist die Antwort ein definitives „Hungern!“ (großes Ausrufezeichen). Mein Bauch will einfach nicht aufhören, zu knurren. Erleuchtung ist daher nicht die Frage, die mich umtreibt, sondern eher, wie geistig umnachtet ich gewesen sein muss, dass ich mich freiwillig für diese Form der Selbstgeißelung entschieden habe. Aber jetzt bin ich schon so weit gekommen, jetzt gebe ich nicht mehr auf!

Stattdessen: Shades of Green

Einziges Highlight für heute: Ich fahre zum Arbeiten in die Agentur, wo ich hoffentlich etwas abgelenkter bin, als zu Hause. Der Ortswechsel wiederum stellt mich vor eine gewisse logistische Herausforderung, da ich all meine speziellen Drinks, Suppen, Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel für den Tag vorbereiten und mitnehmen muss. Bepackt wie nichts Gutes mache ich mich also auf den Weg ins Büro.

Der Tag vergeht überraschend schnell, wenngleich ich auch merke, dass jeder einzelne Handgriff oder Denkvorgang ungleich anstrengender ist als sonst. Nach der Arbeit gibt es heute keine Behandlungen, dafür noch einen Spaziergang, eine grüne Suppe und dann geht es ab ins Bett. Ich schlafe tief und fest.

Tag 7

In weiser Voraussicht habe ich mir für meinen letzten Behandlungstag Urlaub genommen, so dass ich ihm mit einem ganz entspannten „heute muss ich gar nichts“-Gefühl entgegentreten kann. Die heutige Massage scheint nach einem Tag Pause nochmal intensiver zu wirken – ebenso wie der Kaffeeeinlauf. Ich fühle mich nach beidem angenehm leer, friedlich und ruhig.

Meine Therapeutin und ich besprechen, wie es nach der Kur nun weitergehen und welche neuen Gewohnheiten ich zusätzlich in meinen Alltag integrieren kann. Wir verabschieden uns herzlich voneinander und wissen schon jetzt, dass wir uns wiedersehen werden. „Da ist noch etwas, was du loslassen möchtest, das spüre ich“, sagt sie zu mir. Vielleicht hat sie Recht – benennen kann ich das, was mich möglicherweise noch belastet, allerdings noch nicht. Wo auch immer sich unsere Wege wieder kreuzen werden, ob in Düsseldorf oder in Sri Lanka, ich freue mich schon darauf. Meine Sehnsucht nach der Insel, die wie ein Tropfen geformt vor Indien liegt, ist in den letzten Tagen wieder gewachsen.

Meinen freien Nachmittag verbringe ich damit, neues Gemüse und Rizinusöl zu kaufen (hallo Abschluss-Abführtag, ich freu mich!) und gönne mir anschließend eine Gesichtsbehandlung bei meiner Kosmetikerin. Danach strahlt meine Haut und ich fühle mich extrem gut.

Ich lese mein am Wochenende angefangenes Buch aus und schließe endlich die letzte Einheit meiner im April angefangenen Online-Yoga-Weiterbildung ab. Mit dem guten Gefühl der inneren und äußeren Ordnung gehe ich ins Bett.

Tag 8

Das große Finale! Ich bin so aufgeregt, dass ich schon lange vor dem Wecker wach bin. Ab heute Abend werde ich schrittweise wieder ins normale Leben zurückkehren. Davor liegen leider noch ein paar Rizinusöl-induzierte Toilettengänge, die sich letztlich aber als wesentlich weniger unangenehm herausstellen, als gedacht.

Etwas enttäuschenderweise verspüre ich danach gar nicht so viel Hunger, wie gedacht. Mein Körper signalisiert mir, erstmal ganz leicht und sanft wieder in das Thema Nahrungsaufnahme einzusteigen und so koche ich zum Abendessen ein Kitchari, ein traditionell ayurvedisches Fastenessen aus Basmatireis und Mung Dhal mit wenigen Gewürzen. Dazu gibt es ein bisschen Naan-Brot und mein Freund und ich essen erstmals wieder das Gleiche zusammen auf dem Balkon. Nur unsere Getränke unterscheiden sich noch: Für ihn gibt es Gin Tonic, für mich Fencheltee. Schrittchen für Schrittchen, denke ich mir.

Nicht das Originalfoto vom Abend (falls sich jemand über das Bier wundert), sondern von vor der Kur.

Die Tage danach

Erstaunlich schnell finde ich mich wieder in einen normalen Alltag ein. Mein Appetit ist wieder vollständig da, allerdings merke ich, dass ich (noch) nicht wieder so große Portionen essen kann, wie vorher. Mit jeder Mahlzeit kommt auch ein wenig mehr Kraft zurück. Insgesamt fühle ich mich so fit und energiegeladen, wie lange nicht mehr. Meine Haut ist prall und strahlt und ja, den unbeabsichtigen Nebeneffekt, dass mein Bauch ein bisschen flacher ist, als zuvor, finde ich auch nicht verkehrt.

Das Bedürfnis, jeden Tag erst einmal einen großen, frisch gepressten Saft mit möglichst viel Gemüse zu mir zu nehmen, ist geblieben. Ich habe das Gefühl, dass ich wieder mehr in Verbindung mit meinem Körper bin und dass ich – wenn ich ihm denn zuhöre – ganz gut weiß, welche Nahrungsmittel mir zu einem bestimmten Zeitpunkt guttun, und welche nicht. Hin und wieder ignoriere ich die Signale meines Körpers und entscheide mich beispielweise aus alter Gewohnheit für Eis, Süßigkeiten oder Kuchen anstatt einer richtigen Mahlzeit. Die Quittung dafür bekomme ich allerdings ganz schnell – ich werde sofort wieder müder und unausgeglichener. Mit viel grünem Gemüse schaffe ich es aber schnell wieder, eine Balance herzustellen.

Gute Gewohnheiten weiterführen

Fazit: Ein selbst erarbeiteter Erkenntnisgewinn und ein besseres Körpergefühl

Ich bin wirklich stolz auf mich. Ich hätte beim besten Willen nicht gedacht, dass ich es schaffen würde, eine Woche lang komplett auf feste Nahrung zu verzichten. Das Wissen, dass ich hungern kann – und dass trotzdem nichts Schlimmes passiert – gibt mir für die Zukunft eine ganze Menge Ruhe und Sicherheit. Auf körperlicher Ebene war die Kur, zumindest mit den paar Tagen Abstand betrachtet, die ich aktuell habe, genau der Reset, den ich mir gewünscht hatte.

Ich weiß allerdings, dass die Arbeit hier nicht endet. Eine Woche ist nicht genug, um eingeschliffene Ernährungs- und Lebensgewohnheiten zu ändern. Die acht Tage haben mich aber nochmal dafür sensibilisiert, besser zu wahrzunehmen, was mir gut tut und was nicht. Und sie haben mich in meinem Wissen bestärkt, dass alles eine Frage der Balance ist und dass Extreme – zumindest mich – nicht zum Ziel führen. Wenn man Erleuchtung mit Erkenntnis gleichsetzen kann, dann habe ich davon in den letzten Tagen zumindest ein bisschen hinzugewonnen. Und das ist doch schon mal eine ganze Menge dafür, dass man eigentlich nur Saft getrunken hat.

Kontakt
Wenn du dich ebenfalls für eine Ayurveda-Detox-Kur interessierst und im Großraum Düsseldorf (oder in Sri Lanka) lebst, dann kann ich dir meine Therapeutin wärmstens empfehlen.

Das spezielle Konzept ihrer Kur kombiniert Aspekte des traditionellen Ayurveda mit moderneren Ansätzen wie dem Basenfasten und der Hydroxypathie.

Claudia Kipper, 02129.53850 oder claudia@e-kipper.de

Wie sind deine Erfahrungen mit Ayurvedischer Ernährung und/oder Fastenkuren? Schreib mir gerne, ich freue mich auf den Austausch!

Liebe Grüße und bleib gesund!

Annie

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