Brot und Salz, Gott erhalt’s (Quinoa-Baguette mit Chili-Meersalz)

Quinoa-Baguette mit Chili-Salz

Einem schönen Brauch folgend bringt man Menschen, die ein neues Zuhause bezogen haben, beim ersten Besuch Brot und Salz mit. Woher diese Tradition rührt, ist klar, waren doch diese beiden Grundnahrungsmittel jahrhundertelang ebenso essentiell wie wertvoll. Auch heute noch gilt das Teilen von Brot und Salz in fast allen Kulturen als Zeichen der (Gast-)Freundschaft und die symbolische Bedeutung dieser Lebensmittel geht weit über ihr physisches Dasein hinaus: Nicht nur im Vaterunser bittet man um das „täglich Brot“, Salz ist gleichbedeutend mit der „Würze des Lebens“ und ein „Salzbund“ bezeichnet im Alten Testament eine besonders untrennbare Bindung.

Doch die Geschichte von Brot und Salz ist keine sich ewig fortschreibende Success-Story. In unserem Aldi-Alltag, so scheint es, hat sie ihren Zenit fast überschritten. Angesichts der Tatsache, dass an jeder Ecke ein Billig-Backshop eröffnet und ein Päckchen Salz im Supermarkt keine 20 Cent mehr kostet, sind Brot und Salz zu selbstverständlicher und stets verfügbarer Massenware geworden. Und so könnte man sich fragen: Ist diese Kombi wirklich noch das richtige Geschenk, das man guten Freunden überreicht, um ihnen Glück und Wohlstand für einen neuen Lebensabschnitt zu wünschen?

Ja, ist es! Denn man kann dem entwerteten Symbol neuen Wert verleihen, indem man es um eine einfache, aber rare Zutat bereichert: Zeit. Kaufen wir also das Mitbringsel für die nächste Wohnungseinweihung nicht mal schnell im Supermarkt um die Ecke, sondern machen uns die Mühe, es selbst zuzubereiten. Ist nicht nur individueller, origineller und gesünder, sondern schmeckt auch tausendmal besser!

Das nachfolgende Brot-Rezept ist auch für Back-Anfänger ganz einfach zuzubereiten und gelingt wirklich immer.

Quinoa-Baguette_Close-up

Quinoa-Dinkel-Baguette
100 g geschälte&geputzte Möhren
100 g Quinoa
150 g Dinkel-Vollkormehl (Typ 1050)
150 Dinkelmehl (Typ 630)
30 g Sonnenblumenkerne
30 g Kürbiskerne
2 EL geschrotete Leinsamen
1,5 TL Salz
1/2 TL Kreuzkümmel
1/2 TL Kardamom
1/2 TL gemahlener Koriander
2,5 gestrichene TL Backpulver
3 EL Apfelessig oder anderer milder Essig
ca. 250 ml stark kohlensäurehaltiges Mineralwasser (sorgt in Kombination mit dem Backpulver und dem Essig dafür, dass der Teig schön locker aufgeht)

Den Backofen auf 230 Grad Ober-Unterhitze vorheizen.

Die Quinoa-Körner in einem Haarsieb unter heißem Wasser unbedingt gut waschen, um alle Bitterstoffe zu entfernen. Abtropfen lassen, die Möhren dazu reiben und vermischen.

Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel miteinander gut vermischen. Erst den Apfelessig zugeben und anschließend die Möhren-Quinoa-Mischung unterrühren. Dann das Sprudelwasser vorsichtig (!) untermischen. Achtung: Eventuell braucht man je nach Mehlsorte und Feuchtigkeit der Möhren etwas weniger als 250 ml. Der Teig sollte noch relativ fest und nur leicht klebrig sein. Am besten erst einmal ein bisschen weniger Wasser in den Teig geben und dann nachjustieren.

Aus dem Teig anschließend zwei Baguette-Laibe formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Mit Mehl bestäuben und dann schnell ab damit in den Backofen (nach Zugabe des Mineralwassers sollte der Teig nicht mehr lange stehen, sondern schnell gebacken werden). Circa 30 Minuten backen, bis die Brote gut gebräunt sind (als Fausregel für Brot gilt: leicht „überbacken“ schmeckt es immer noch besser als leicht „unterbacken“) und anschließend auf einem Gitter auskühlen lassen.

Schmeckt toll mit Butter und einer Prise Chili-Salz (s.u.)

Quinoa-Baguette_Butter_Chilisalz

Adaptiert von der glutenfreien Variante von dem auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten spezialisierten Blog Kochtrotz.

Chili-Salz
100 g grobes Mehrsalz
1-2 getrocknete Chilischoten (je nach Schärfe)
Mörser
Schraubglas

Die Chilischoten im Mörser fein zerstoßen und anschließend das grobe Meersalz dazugeben und ganz leicht (!) ebenfalls zerstoßen. In ein hübsches Schraubglas füllen und vor Gebrauch etwa eine Woche durchziehen lassen.

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Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. charivari sagt:

    Tortilla und Salsa, Virgen de Guadelupe erhalt’s. Dein Brot sieht lecker aus… LG

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