Affenzirkus

Ich befinde mich in einem Zustand zwischen Schwere und Leichtigkeit. Meine Körperrückseite verbindet sich mit der Erde, meine Vorderseite öffnet sich dem Universum. Sagt zumindest die Stimme, die zu mir spricht, während ich in Savansa, der reglosen „Totenhaltung“, auf meiner Yogamatte liege. Die Stimme gehört meiner Yogalehrerin und wie immer fordert es mir alles an…

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber man kann ja trotzdem strahlen.

Es gibt Dinge, die sind in der Theorie um einiges cooler als in der Praxis. Schwimmen im Mondschein beispielsweise (von pechschwarzem Wasser umgeben zu sein ist nämlich verdammt unheimlich), Mom-Jeans (stehen wirklich niemandem!) oder den Spiegel jede Woche von vorne bis hinten durchlesen (benötigt nachgewiesenermaßen so viel Zeit, wie ein kompletter Roman). Alles im Grunde…

Schlaflos im Kaffeeland

Beiersdorf ist schuld daran, dass ich diese Woche mit tiefen Augenringen herumlief. Vor einiger Zeit nämlich hatte der Konzern mein präferiertes Körperpeeling der Marke Nivea aus dem Programm genommen, mich seitdem ohne adäquaten Ersatz zurückgelassen. Wer jetzt bereits an dieser Stelle den Kopf schüttelt und sich fragt, was um Himmels Willen ein Körperpflegeprodukt mit Augenringen…

Meine Woche in 500 Worten

Es gibt ein herrliches Lied von Thees Uhlmann, dem Sänger der norddeutschen Band Tomte. Vor ein paar Jahren hat dieser eine Solokarrierre gestartet, seitdem zwei Alben rausgebracht und auf dem ersten der beiden den Song „17 Worte“ veröffentlicht. Der Refrain des Liedes geht so: Meine Wahrheit in 17 Worten: Ich hab‘ ein Kind zu erziehen,…

Wenn alles möglich ist

Es gibt Nächte, die nie enden wollen und in denen bis zuletzt alles möglich scheint. Wenn man in so einer Nacht aus dem Club oder von einer Party kommt, weiß man mit absoluter Sicherheit, dass jetzt noch was geht. Am Himmel fließt schon das erste Morgenblau über das Nachtschwarz, aber es fühlt sich nicht an,…

Iss jeden Tag Kuchen!

Mit Lebensweisheiten ist das ja so eine Sache. In der Regel bekommt man sie ungefragt mitgeteilt und meistens in genau den Momenten, in denen man so gar kein offenes Ohr dafür hat. Selber Lebensweisheiten zu verteilen, ist moralisch gesehen aber noch viel schwieriger. Darf man überhaupt seine persönliche Sicht der Dinge als Richtschnur für das…

When in Rome…

Im Englischen gibt es das schöne Sprichwort „When in Rome, do as the Romans do!“. Soll heißen: Wenn du irgendwo bist, wo du dich nicht auskennst, mach einfach das, was die Einheimischen machen, das wird schon passen. Im übertragenen Sinne bedeutet das Sprichwort aber noch viel mehr. Es geht darum, sich ganz auf eine Situation…

Die gestohlene Zeit

Die gestohlene Zeit tropft, tropft, tropft verrinnt Sandkorn um Sandkorn. Wieviel bleibt noch? Schau nicht hin. Denn sonst vergeht sie schneller. Schau in mich. Bleib noch. (Bild: London, Worte: Düsseldorf)

Kaffee oder Karma?

„Glaubst du an Karma?“, fragte mich mein Kaffeemann Georg neulich. Es war 8 Uhr morgens, ich war auf dem Weg zur Arbeit und todmüde. Ich blickte ihn an und versuchte mich daran zu erinnern, was ich zuletzt gesagt hatte. Noch vor wenigen Sekunden war ich komplett auf den großen Café Crema fokussiert gewesen, den er…

Der Zauber des Unausgesprochenen

Wahre Poeten können mit nur wenigen Sätzen ganze Welten entstehen lassen. Sie entwerfen komplette Geschichten, ohne sie detailliert erzählen zu müssen – mit einem einzigen Wort malen sie ein leuchtendes Bild auf der Leinwand unserer Vorstellungskraft und ein perfekter Halbsatz von ihnen enthält mehr Spanung und Sehnsucht als zehn Kapitel eines ganzen Buches. Ein wunderbares…

Dancer in the Dark

„Triff mich an der Bank im Park!“. Ich blicke auf, fast ruckartig zuckt mein Kopf nach oben, so überrascht bin ich. Ich habe sie gar nicht ins Zimmer kommen hören. Sie steht etwa einen Meter von mir entfernt und schaut mich an. „Welche Bank?“, höre ich mich fragen. Dass sie so plötzlich vor mir steht,…

Hier

Vor ziemlich genau 365 Tagen habe ich mir mein erstes Tattoo stechen lassen. In LA, von einem durchgeknallten Typen aus Hamburg mit dem Künstlernamen Sagent Staygold. Der Tattoo-Laden war irgendwo in Silverlake und kurz zuvor von der LA Times zu einem der zehn besten der Stadt gewählt worden. Es war Samstagmorgen und schon unfassbar heiß…