Wenn alles möglich ist

Es gibt Nächte, die nie enden wollen und in denen bis zuletzt alles möglich scheint. Wenn man in so einer Nacht aus dem Club oder von einer Party kommt, weiß man mit absoluter Sicherheit, dass jetzt noch was geht. Am Himmel fließt schon das erste Morgenblau über das Nachtschwarz, aber es fühlt sich nicht an,…

Iss jeden Tag Kuchen!

Mit Lebensweisheiten ist das ja so eine Sache. In der Regel bekommt man sie ungefragt mitgeteilt und meistens in genau den Momenten, in denen man so gar kein offenes Ohr dafür hat. Selber Lebensweisheiten zu verteilen, ist moralisch gesehen aber noch viel schwieriger. Darf man überhaupt seine persönliche Sicht der Dinge als Richtschnur für das…

When in Rome…

Im Englischen gibt es das schöne Sprichwort „When in Rome, do as the Romans do!“. Soll heißen: Wenn du irgendwo bist, wo du dich nicht auskennst, mach einfach das, was die Einheimischen machen, das wird schon passen. Im übertragenen Sinne bedeutet das Sprichwort aber noch viel mehr. Es geht darum, sich ganz auf eine Situation…

Die gestohlene Zeit

Die gestohlene Zeit tropft, tropft, tropft verrinnt Sandkorn um Sandkorn. Wieviel bleibt noch? Schau nicht hin. Denn sonst vergeht sie schneller. Schau in mich. Bleib noch. (Bild: London, Worte: Düsseldorf)

Kaffee oder Karma?

„Glaubst du an Karma?“, fragte mich mein Kaffeemann Georg neulich. Es war 8 Uhr morgens, ich war auf dem Weg zur Arbeit und todmüde. Ich blickte ihn an und versuchte mich daran zu erinnern, was ich zuletzt gesagt hatte. Noch vor wenigen Sekunden war ich komplett auf den großen Café Crema fokussiert gewesen, den er…

Der Zauber des Unausgesprochenen

Wahre Poeten können mit nur wenigen Sätzen ganze Welten entstehen lassen. Sie entwerfen komplette Geschichten, ohne sie detailliert erzählen zu müssen – mit einem einzigen Wort malen sie ein leuchtendes Bild auf der Leinwand unserer Vorstellungskraft und ein perfekter Halbsatz von ihnen enthält mehr Spanung und Sehnsucht als zehn Kapitel eines ganzen Buches. Ein wunderbares…

Dancer in the Dark

„Triff mich an der Bank im Park!“. Ich blicke auf, fast ruckartig zuckt mein Kopf nach oben, so überrascht bin ich. Ich habe sie gar nicht ins Zimmer kommen hören. Sie steht etwa einen Meter von mir entfernt und schaut mich an. „Welche Bank?“, höre ich mich fragen. Dass sie so plötzlich vor mir steht,…

Hier

Vor ziemlich genau 365 Tagen habe ich mir mein erstes Tattoo stechen lassen. In LA, von einem durchgeknallten Typen aus Hamburg mit dem Künstlernamen Sagent Staygold. Der Tattoo-Laden war irgendwo in Silverlake und kurz zuvor von der LA Times zu einem der zehn besten der Stadt gewählt worden. Es war Samstagmorgen und schon unfassbar heiß…

Go with the Flow

Vergangenen Herbst hatte ich das Vergnügen, den Amerikaner Jason Silva, „Tech Philosopher and Futurist“ (so die Bezeichung auf seiner offiziellen Präsenz im World Wide Web), kennenzulernen. Okay, „kennenlernen“ ist jetzt vielleicht ein klein wenig übertrieben. Ich lauschte auf einem Event, für das ich PR machen sollte, einem seiner Vorträge, schüttelte ihm vorher die Hand, fragte…

Die Sache mit dem Wald und den Bäumen

Immer wenn ich mich in einem Wald befinde, muss ich an daran denken, dass man ihn oft vor lauter Bäumen sprichwörtlich nicht sehen kann. Stattdessen sieht man einen Baum, und noch einen, und noch einen, und dahinter unzählige weitere. Das Gefühl für die Gesamtheit des Waldes, für seine aus Einzelteilen bestehende Einheit verliert man schnell….

Watching the world go by

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zum Zugfahren – wie wahrscheinlich jeder, der mehr als ein Mal im Jahr mit der Deutschen Bahn unterwegs ist. Ja, wir haben eines der bestausgebauten Streckennetze der Welt und wer schon mal in anderen Ländern mit dem Zug unterwegs war, weiß die relative Fahrplangenauigkeit der DB auf einmal durchaus zu…